2025

Zusammen alleine

Der Mensch hat mittlerweile Zugang zur ganzen Welt und verliert dabei ganz leicht die vor seiner Nase. Digitale Räume ziehen Aufmerksamkeit ab, und trennen Menschen, die sich im selben Raum befinden. Zusammen alleine beschreibt aber kein Problem der Technik, sondern der Wahrnehmung: Was wir nicht mehr ansehen, verschwindet. Die Rolle der Fotografie bleibt deshalb, vielleicht mehr denn je: die echte Welt im Blick zu behalten, sie festzuhalten, mit allem was man hat.

Schwarz-Weiß-Bild: Mehrere Menschen stehen nebeneinander, tragen VR-Brillen und halten sie dicht vor das Gesicht, während sie von der Außenumgebung nichts mitbekommen.
Paris, Frankreich 2025, Stephen Song
© Stephen Song
Schwarz-Weiß-Bild: Eine große Gruppe Nonnen sitzt dicht gedrängt und formatfüllend auf einer Treppe im Freien während sich die meisten davon  mit ihrem Smartphone beschäftigt sind.
Auf den Stufen, Vatikanstadt 2025, Michael Erimo
© Michael Erimo
Mehrere Menschen stehen oder gehen vor einem großen Feuer auf einer Straße, tragen Masken und schauen gleichzeitig auf ihre Smartphones.
Demonstration gegen 
Polizeigewalt 2023, William Keo
© William Keo
Schwarz-Weiß-Bild: Zwei Personen sitzen nebeneinander mit dem Rücken zur Kamera und schauen jeweils auf ein Smartphone, auf dem das Gesicht der jeweils anderen Person gespiegelt erscheint.
Lampedusa, Italien. Somalische Migranten versammeln sich an den Stromsteckdosen. 2025, Alex Majoli
© Alex Majoli / Magnum Photos
Schwarz-Weiß-Bild: Junge Menschen stehen vor einer bunt besprühten Wand und schauen gleichzeitig auf ihre Smartphones.
iPhone Treffen 2022, Alberto Ottomaniello
© Alberto Ottomaniello
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Leica M EV1

Dem Echten treu

Mit der M EV1 öffnet Leica ein neues Kapitel: Erstmals ersetzt ein elektronischer Sucher (EVF) den klassischen Messsucher bei einer M. Manuelles Fokussieren bleibt, der EVF unterstützt jedoch mit Focus Peaking und Vergrößerung beim exakten Scharfstellen mit extrem lichtstarken- oder Tele- und Weitwinkelobjektiven. Eine Evolution, die Neues wagt und dennoch dem Echten treu bleibt.

Leica Oskar Barnack Award Logo

LOBA 2021–25

Welt unter Druck

Die jüngsten Jahre des Leica Oskar Barnack Award spiegeln eine Welt im Ausnahmezustand: Pandemie, Klimakrise, Migration und gesellschaftliche Spannungen prägen das Bild. Die ausgezeichneten Serien erzählen von Nähe in der Distanz, von Identität, Suche und Widerstandskraft – Fotografie wird zur Sprache des Mitgefühls und bleibt präzise Beobachtung einer sich verändernden Menschheit.

Von oben nach unten aufgenommen: Eine Frau in rotem Oberteil liegt auf dem Bett zwischen weiteren Personen, sie schaut sehnsüchtig aus eine Gitternetz-Fenster ins Licht das von draußen hineinscheint.
Días Eternos (Eternal Days) 2021, Ana María Arévalo Gosen

2021


Ana María Arevalo Gosen
In Dias Eternos dokumentiert Ana María Arevalo Gosen das Leben in venezolanischen Frauengefängnissen. Ihre eindringlichen Bilder zeigen Enge, Würde und Überlebenskraft unter extremen Bedingungen.


Eine Gruppe Frauen über einen Wand- und einen Türspiegel fotografiert, sie sitzen eng in einem kleinen Zimmer mit verzierten Etagebetten, eine trinkt Tee auf dem Boden.
Promises Written on the Ice, Left in the Sun 2022, Kiana Hayeri

2022


Kiana Hayeri
Mit Promises Written on the Ice, Left in the Sun porträtiert Kiana Hayeri das Leben junger Frauen in Afghanistan nach dem Abzug der westlichen Truppen. Zwischen Hoffnung und Verlust fängt sie fragile Momente der Selbstbestimmung ein – zärtlich, mutig und erschütternd zugleich.


Vier Fischer stehen auf dem Rand eines Fischerbootes am Meer und ziehen gemeinsam ein großes weißes Fangnetz mit orangen Kugeln vom Strand in das kleine Ruderboot.
Sea Beach 2023, Ismail Ferdous

2023


Ismail Ferdous
In Sea Beach beobachtet Ismail Ferdous Besucher des Cox’s Bazar in Bangladesch, einem der längsten natürlichen Sandstrände der Welt. Hier entfliehen sie ihrem Alltag – schlendern, schauen, spielen, erholen und begegnen sich. Der Strand vereint Menschen verschiedenster Hintergründe und wird so zur sozialen Bühne, auf der man sich präsentieren und zugleich zurückziehen kann.


Ein rechteckiges, aus der Vogelperspektive aufgenommenes Industriegelände mit großen gelben Becken, hellen Absetzflächen und Rohrleitungen sowie Betonwegen im unteren Bereich.
Critical Minerals – Geography of Energy 2024, Davide Monteleone

2024


Davide Monteleone
Critical Minerals – Geography of Energy verfolgt die geopolitischen Brennpunkte der Energiewende: Lithiumminen, Kobalt­abbau, seltene Erden. Monteleone zeigt die unsichtbare Seite „grüner“ Technologien – Landschaften und Gemeinschaften, die den Preis für globalen Fortschritt tragen. Schönheit und Belastung liegen hier dicht beieinander.


Schwarz-Weiß-Bild: Ein junges Paar schaut sich nah beieinander verliebt und lächelnd in die Augen, hinter ihnen zieht eine Wüstenlandschaft an ihnen vorbei, ihr Haar und sein Tuch wehen stark im Wind.
The Two Walls 2025, Alejandro Cegarra

2025


Alejandro Cegarra
In The Two Walls dokumentiert Alejandro Cegarra venezolanische Migrantinnen und Migranten auf der gefährlichen Route über Mexiko in Richtung USA. Seine Fotografien berichten von Entschlossenheit, Verlust und Hoffnung, von Liebe, die Licht an jeden Ort bringt und vom Leben zwischen zwei Mauern: der einen, die man hinter sich lässt, und der anderen, die vor einem steht.


100 Jahre Leica Fotografie

Zeugin eines Jahrhunderts



Dubai


Januar 2025



Mailand


April 2025



New York


Mai 2025



Wetzlar


Juni 2025



Shanghai


Juli 2025



Tokyo


Oktober 2025

2025,hundertJahrenachVeröffentlichungderLeicaI,dieerstmalsdenechtenAugenblickfesthält,lädtLeicadazuein,gemeinsamdieFotografiezufeiern.BeidenFeierlichkeiteninWetzlarundrundumdieWeltsowieindiesemMoment,indemSiedashierlesengehtesvorallemumeins:DieAugenhinterderTechnik.DievielenMenschen,dienunüberGenerationenhinwegdengleichenBlickteilenneugierig,respektvoll,menschlich,nah.DankihnenführteineLeicaZeitreisenichtnurdurchZeitgeschehen,Fotografie-undFirmengeschichte,sondernentlangjederFacettedesechtenLebensunverfälscht,diskretunddennochohneAbstand.DamitBetrachterselbstzuZeugenwerden,fühlenundverstehen,dass,egal,wieunfassbarschönoderunerträglichgrausamdieRealitätauchseinkann,essichimmerlohntundlohnenwird,genauerhinzusehen.DiefantastischeGemeinschaft,diesichindiesemRückblickzeigt,machtauchMutfürdieZukunft.DenndurchihreBeobachtungsgabe,ihreBeharrlichkeit,ihreKlarheit,undbesondersihreMenschlichkeitwerdennochvieleweitereGenerationsehen,wozuFotografieimWesentlichendient: MitderWeltinVerbindungzubleiben.
Wir müssen das Sehen wieder lernen, wenn wir die Welt in ihrer Ganzheit erfassen wollen.
László Moholy-Nagy, 1925
Schwarz-weiß Portrait von László Moholy-Nagy