Die schlanke M10 folgt dem immer lauter werdenden Ruf nach der Rückkehr zu den Ursprüngen des M-Systems: Kein Video, keine Überfrachtung – einfach pure Fotografie. Ihr CMOS-Sensor und klassisches ISO-Rad vereinen zudem Tradition und Moderne in harmonischer Präzision.
Was bedeutet es, sich in den 2010er Jahren als Frau zu fühlen? Anlässlich des Women’s Marches 2017 lohnt sich ein fotografischer Blick in den Alltag von Frauen weltweit – abseits von Nachrichten und Politik. In den folgenden, unmittelbaren und feinfühligen Aufnahmen aus verschiedenen Ländern und Serien zeigen sich die echten „Waffen der Frauen“: wie Resilienz, Wärme, Akzeptanz oder Beharrlichkeit. Mal laut, mal leise, mal beiläufig, mal voller Präsenz, aber immer wirklich gelebt – und gerade deshalb unübersehbar.


















Die 2010er sind von globalen Migrationsbewegungen geprägt – politische Umbrüche, Klimawandel und wirtschaftliche Unsicherheiten setzen Millionen von Menschen in Bewegung. Bilder von Flucht dominieren die Nachrichten. Als einer der ersten skaliert der Künstler JR das Thema mit großem Medienecho, macht es sichtbar und greifbarer. Er schafft damit einen neuen Aspekt der Wahrnehmung: Fotografie zeigt hier nicht nur Ankunft oder Herkunft, sondern den gemeinsamen Nenner im Zwischenraum, der über Grenzen hinweg verbindet: Menschlichkeit.

JR verdichtet die gesamte Thematik der Grenzpolitik auf das Bild eines Kindes, das im Großformat über den Zaun blickt. Daneben veranstaltet er ein gemeinsames Essen an einer langen Tafel, die hinter der Grenze durch ein Stofftuch optisch erweitert wird und somit ein einheitliches Bild erzeugt – das Grenzen überwindet. Das Augenpaar im vereinenden Motiv richtet seinen Blick in den Himmel, nur um gesehen zu werden. Beide Installationen verschieben die Perspektive ins Menschliche: weg von der Mauer, hin zu der Frage, was am meisten darunter leidet.

Giulio Rimondi fotografiert das Camp Mentao, in dem Menschen vor den Unruhen in Mali Schutz suchen, warten, miteinander leben, weiterplanen, ohne zu wissen wohin. Migration erscheint hier nicht als Moment der Flucht, sondern als Alltag, der weitergeht, weil er muss.

Falsche Versprechen, verbrannte Hoffnung. Philipp Spalek zeigt in seiner Reportage Malediven – All Inclusive das Land abseits des Postkartenbilds: Migranten arbeiten isoliert im Schatten der Strände und gänzlich ohne Teilhabe am Urlaubsparadies.

Kai Löffelbeins Bilder von Lesbos dokumentieren Ankunft als Zwischenzustand: erschöpfte Menschen, provisorische Lager, zurückgelassene Gegenstände am Strand. Spuren des langen und gefährlichen Wegs in Richtung Hoffnung, der noch lange nicht zu Ende ist.

Ein symbolträchtiger Neuanfang: Alisa Martynova porträtiert zwei junge Frauen in Livorno, weit voneinander entfernt geboren und doch verbunden. Ein Moment von Zugehörigkeit, abseits von Fragen der Herkunft und Zukunft.
Ich mag die Momente, die uns verbinden – und Berührungspunkte zu finden.– Sarah M. Lee

Sarah M. Lee beweist, dass selbst in flüchtigen Begegnungen ein Gefühl von Nähe entstehen kann. In Tender are the Nighthawks porträtiert sie Londoner im Schwebezustand zwischen Nacht und Tag. Kein Voyeurismus, keine Inszenierung, nur echte Melancholie und Menschlichkeit. Lee bewegt sich mit demselben Gespür auch durch andere, vielfältige Genres wie Celebrity-Porträts, Event-Fotografie oder Stillleben. Stets mit einer einzigartigen Mischung aus Klarheit und Intensität: Andere Sujets, andere Rollen, doch immer derselbe präzise Blick, der uns Menschen in ihrem Wesen näherbringt.

The Ocean Cleanup entwickelt Technologien, um Plastikmüll aus Flüssen und Ozeanen zu entfernen – bis dato bereits über 16 Millionen Kilogramm! Doug Menuez präsentiert Boyan Slat und sein Team aber nicht als Abenteurer auf hoher See, sondern zwischen Laptops, Modellen und lockeren Gesprächen. Eine Normalität, die vielleicht noch ansteckender wirken kann als veraltete Heldenbilder. Denn Projekte wie dieses unterstreichen die starke positive Veränderung, die junge Visionäre von ihren Bildschirmen aus in der echten Welt vorantreiben können. Und schenken dem Blick in Richtung Zukunft auch einen gewissen Optimismus.




In einem Jahrzehnt, das von Selbstinszenierung und digitaler Dauerpräsenz geprägt ist, wird der Leica Oskar Barnack Award immer mehr zum globalen Gradmesser für dokumentarische Fotografie. Seine Gewinnerinnen und Gewinner erzählen vom echten Leben im Übergang – von Empathie, Würde und Nähe in einer zunehmend vernetzten und verletzlichen Welt. Ihre Arbeiten setzen dem schnellen Bild die ruhige Beobachtung entgegen.

Jens Olof Lasthein
In Waiting for the Future porträtiert Lasthein Menschen in Abchasien, gefangen zwischen Krieg und Stillstand. Seine Panoramen verbinden Weite mit Intimität und zeigen, wie ungewiss Zukunft sein kann – und wie viel Würde selbst im Warten liegt.

Jan Grarup
Mit Haiti – Aftermath dokumentiert Grarup das Leben nach dem Erdbeben von 2010. In tiefem Schwarzweiß zeigt er Leid, Überleben und Solidarität – Bilder von Schmerz und Würde zugleich. Seine Reportage macht greifbar, was kaum auszuhalten ist.

Frank Hallam Day
In Alumascapes erscheinen beleuchtete Camper in der nächtlichen Dunkelheit Floridas wie heile kleine Welten. Hallam Day zeigt den Rückzug einer Gesellschaft in künstliche Geborgenheit – mit glänzenden Oberflächen als Schutzschild vor Unsicherheit. Seine stille Beobachtung macht sichtbar, wie Eskapismus zur Ersatzwelt werden kann, während die Realität draußen weiterdrängt.

Evgenia Arbugaeva
Die Serie Tiksi entsteht bei einer Reise Arbugaevas in die Arktis, zurück an den Ort ihrer Kindheit. Zwischen Schnee, Licht und endlosen Horizonten folgt sie einem jungen Mädchen – und schafft sowohl eine poetische Erinnerung an ihre Zugehörigkeit, als auch eine Hommage an das Überleben in Kälte und Stille.

Martin Kollár
In Field Trip beobachtet Kollár ein Israel zwischen Kontrolle und Alltag. Übungsplätze, Warten, skurrile Routinen – seine präzisen, fast filmischen Szenen offenbaren die Absurdität des Normalen in einem Land, das sich immer für den Ausnahmezustand bereit zu halten scheint.

JH Engström
Tout va bien ist Engströms visuelle Selbstbefragung. Unscharf, körperlich, ehrlich – seine Fotografien pendeln zwischen Zärtlichkeit und Unruhe, Intimität und Distanz. Eine Serie über seine Identität, Erinnerung und die Fragilität des Moments.

Scarlett Coten
In Mectoub bricht Coten mit Stereotypen arabischer Männlichkeit. Ihre Porträts sind von Nähe und Respekt geprägt, zeigen Zärtlichkeit, Zweifel und Stärke. Ein stilles, kraftvolles Statement über Geschlechterrollen und Wandel im Nahen Osten.

Terje Abusdal
Mit Slash & Burn erzählt Abusdal vom mythischen Leben der „Waldfinnen“. Zwischen Nebel, Ritual und Licht entstehen Bilder, die Geschichte und Legende verschmelzen lassen – ein melancholischer Blick auf Identität und Herkunft.

Max Pinckers
Red Ink erkundet Nordkorea als selten gesehene Bühne. Pinckers reflektiert Wahrheit in einer Welt aus inszenierten Bildern. Seine Serie ist präzise und hintergründig – eine visuelle Studie über Macht, Wahrnehmung und Propaganda.

Mustafah Abdulaziz
Von Überschwemmung bis Trockenheit: Mit Water schafft Abdulaziz ein globales Porträt des Elements, das alles verbindet und gleichzeitig alles beenden kann. In ruhigen, monumentalen Bildern erzählt er dabei von der Verantwortung und Abhängigkeit des Menschen gegenüber der Natur.