2015

Leica Q

Spontane Seele

Die Leica Q verbindet Vollformatsensor und fest eingebautes Summilux 28 mm f/1.7 ASPH. zu einer kompakten Einheit. Ihr schneller Autofokus und die intuitive Handhabung eröffnen neue Freiheiten für spontaneres, intensiveres Sehen – authentisch, direkt, zeitlos Leica.

Per­spek­tiv­wech­sel

In einer Zeit, in der Bilder immer schneller entstehen und zirkulieren, und alles Mögliche zum potenziellen Motiv wird, fragen zwei Serien aus dem Jahr 2015 nach Kontrolle und Blickrichtung. Was passiert, wenn jene, die gewohnt sind, im Fokus zu stehen oder andere zu beobachten, die Kamera umdrehen? Was, wenn der Fotograf selbst zum Motiv wird – und sich der Augenblick umkehrt?

Schwarz-Weiß-Bild: Im Vordergrund stehen frontal zwei Fotografen, einer nimmt mit einer Sofortbild-, der andere mit einer Kompaktkamera auf, im Hintergrund ist unscharf eine Traube Journalisten zu erkennen.
Aus der Serie Flash 2014, Lenny Kravitz
© Lenny Kravitz

Lenny Kravitz: Flash


In seiner Serie Flash fängt der vielseitig begabte Rockstar jene ein die ihn selbst verfolgen. Ihre grellen Blitze, sonst Zeichen der Jagd, werden zum Stilmittel des Gejagten – ein poetischer Kommentar zu Ruhm, Privatsphäre und Diskretion.


Schwarz-Weiß-Bild: Mehrere Personen und bekannte Persönlichkeiten überqueren eine Straße in New York, während Paparazzi versuchen ein Bild von vorne zu ergattern, sieht man die Szenerie samt Celebrity von hinten.
Leben hinter dem Seil aus Samt 2010–2018, Phil Penman
© Phil Penman

Phil Penman: Paparazzi


Penman beobachtet in Paparazzi das Leben hinter den Kameras. Seine Bilder zeigen die eigenen Kollegen – im Schatten, ausdauernd, suchend, getrieben von Routine und Jagdfieber. Eine einmalige, menschliche Studie über das Geschäft mit dem Bild.


Leica SL

Ein neuer Blick aufs Ganze

Die SL ist die erste professionelle spiegellose Vollformatkamera, die konsequent auf digitale Echtzeitvorschau setzt. Ihr L-Mount macht sie zudem zum Ausgangspunkt eines Systems, das moderne Bildsprache, kreative Freiheit und markenübergreifende Kompatibilität ermöglicht.

Skateboarden, aber ungesehen

Fred Mortagne zeigt mit der Leica SL Skateboarder, wie man es nur von ihm und der SL kennt. Die Bilder von „French Fred“ balancieren dabei gekonnt zwischen Tempo und Ruhe, zwischen Street und feinem Stil – und erheben so das Urbane zur Kunstform.

Grafisches Schwarz-Weiß-Bild: Eine Skateboarder fährt in einem tiefen, röhrenförmigen Betonkanal, die Streben darüber werfen rhythmische schwarze Schattenbögen und kreieren eine bestechende Struktur.
Skateboarding in L.A. 2015, Fred Mortagne
© Fred Mortagne










Elegantes Schwarz-Weiß-Bild: Ein Skater gleitet auf dem Rand einer geschwungenen Bowl, fast schwerelos vor einem leeren, gleißenden Himmel im Hintergrund.
Schwarz-Weiß-Bild: Zwei Frauen vor einer schwarzen Wand, die junge Frau links schaut auf ihr Handy während die junge Frau rechts an ein Geländer lehnt und ins Leere schaut, ihr Smartphone hat sie auf Bauchnabelhöhe in den Rock geschoben.
Opera Station, Antwerpen, Belgien 2014, Céderic Gerbehaye
© Céderic Gerbehaye

Hinter Bildschirmen

Spätestens Mitte der 2010er Jahre ist das Smartphone aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Es verändert zusehends die allgemeine Wahrnehmung. Ständig online, immer erreichbar. Das Display schiebt sich zwischen Leben und Wirklichkeit: Begegnungen werden unterbrochen, Momente, Nachrichten und Meinungen sofort geteilt, Nähe digitaler und Aufmerksamkeit immer härter umkämpft – und sogenannte Likes werden zur neuen Währung.

Schwarz-Weiß-Bild: Kim Kardashian geht mit Bodyguard auf die Straße, umzingelt von Schaulustigen und Paparazzi, ein Mann mit Basecap macht ein Selfie mit ihr, sie schaut selbstzufrieden in seine Kamera.
Leben hinter dem Seil aus Samt 2015, Phil Penman
© Phil Penman
Schwarz-Weiß-Bild: Zwei junge Männer sitzen mit etwas Abstand nebeneinander auf einer Treppe und schauen jeweils auf ihre Smartphones, während eine Frau in der Flucht dazwischen, im Hintergrund die Stufen hinaufgeht.
Abhängigkeit vom Smartphone 2016, Will Yang
© Will Yang
Schwarz-Weiß-Bild: Drei Frauen in Kopftüchern stehen nah vor einer Gebäudefassade zusammen und halten Smartphones in der Hand, eine blickt direkt in die Kamera, während eine vierte Person im Vordergrund neugierig auf die Sezenerie schaut.
Blicke und Smartphones 2018, Michael Erimo
© Michael Erimo
Schwarz-Weiß-Bild: Ein Mann in einem dunklen Raum sitzt im Lichtkegel, stützt den Kopf in die Hand und blickt tief in sein Smartphone, eine leere Bierflasche steht vor ihm auf einem Tisch.
Mann, Bier und Smartphone 2016, Enno Kunze
© Enno Kunze
Eine junge Frau mit Sonnenhut und Sonnenbrille hält eine rote Getränkedose in der Hand und in die Kamera liegt dicht neben anderen Personen, die um sie herumstehen, während sie einen Kussmund für die Kamera macht.
The Well Skybar 2017, Bil Brown
© Bil Brown

Alles für das Selbst-Bild


Mit den immer verfügbaren Smartphones wird Fotografie plötzlich zum ständigen Werkzeug der Selbstdarstellung. Selfies ersetzen das klassische Porträt. Kontrolle, Realität und Inszenierung verschmelzen. Das eigene Bild wird zum neuen Ich – perfektioniert, gefiltert, endlos reproduziert. Was bis dato als Ausdruck von persönlichen Erinnerungen gilt, ist nun Teil des eigenen Images.

Gespaltene Realität

2016 markiert einen Wendepunkt: Brexit in Europa und die Wahl Donald Trumps in den USA treiben einen großen Keil zwischen politische und gesellschaftliche Fronten. Aus früheren Debatten werden Entscheidungsschlachten – dafür oder dagegen, drinnen oder draußen. Und Nachrichten werden zu Fake News, Bilder zu Signalflaggen – sofort bewertet, sofort einsortiert. Zwischen Demonstrationen gegen den Brexit und Jubelrufen bei Trump-Rallys zeigt sich: Die Fotografie steht zwischen den Bruchlinien einer Zeit, in der die Wirklichkeit auseinanderdriftet.

Schwarz-Weiß-Bild: Eine demonstrierende Menschenmenge steht um eine Paar im Vordergrund herum, das ein großes, gebrochenes Herz-Plakat hochhält, mit der Aufschrift: EU brought us together auf der einen Seite, und Don't break us apart auf der anderen.
Brexit Diaries 2016, Fabio Lugaro
© Fabio Lugaro
Eine Gummimaske von Donald Trump liegt auf Merchandise Artikeln als würde sie ein rotes T-Shirt tragen auf dem Make America Great Again steht.
Trump Kundgebung Janesville, Wisconsin 2016, Vic Sorvino
© Vic Sorvino
Schwarz-Weiß-Bild: Umgeben von Demonstrierenden, tippt eine Frau konzentriert etwas in ihr Smartphone, während eine Jüngere daneben zuschaut, am Bildrand ist ein Plakat mit der Aufschrift 73% did not vote zu erkennen.
Brexit Diaries 2016, Fabio Lugaro
© Fabio Lugaro
Ein leerer Saal, an der Bühne heften rot-weiß-blaue Bannertücher, US-Flaggen stehen im Hintergrund, auf dem Boden davor liegen verstreute Papierbecher, Müll und Flaggenreste.
Trump Kundgebung, Wilmington, Ohio 2016, Vic Sorvino
© Vic Sorvino
Schwarz-Weiß-Bild: Eine mit Filzstift auf das Glas einer Plakat-Vitirine geschriebene Protest-Schrift an einer Bushaltestellt, mit den warnenden Worten: Curse of the Brexit Zombie – They want your votes, then your brain.
Brexit Diaries 2016, Fabio Lugaro
© Fabio Lugaro
Ein Mann in Business-Anzug trägt Perücke und Krawatte womit er Donald Trump imitiert, er posiert seitlich am Straßenrand vor einer Grünfläche und blauem Himmel.
Trump Imitator, Wilmington, Ohio 2016, Vic Sorvino
© Vic Sorvino
Schwarz-Weiß-Bild: Zwei Kinder und ein älterer Mann sitzen entspannt in der Sonne am Straßenrand, ein Kind hält ein Protest-Schild hoch auf dem Europe is best steht, das andere hält eins in der Hand auf dem Brexit is not for us steht, der Mann lächelt daneben.
Brexit Diaries 2016, Fabio Lugaro
© Fabio Lugaro
Menschen stehen dicht in einer nächtlichen Menschenmenge, die  Person im Fokus hält eine große US-Flagge, während sie eine gelb leuchtende Skimaske mit passendem Overall trägt, daneben steht eine Person mit demselben Anzug.
Trump Kundgebung, Harrisburg, Pennsylvania 2016, Vic Sorvino
© Vic Sorvino
Klick

Kleine, heilende Momente

Matt Stuart findet inmitten der aufgeladenen Zeiten jene zufälligen Szenen, die dem Chaos eine Pause gönnen: eine versehentliche Begegnung, ein stiller Gleichklang zwischen Fremden, der Humor des Zufalls. Es sind kleine Fluchten – in die Wirklichkeit – wie sie in der Tat ist und doch so selten wahrgenommen wird. Momente, die zeigen, dass Menschlichkeit, Leichtigkeit und somit auch Street Photography zwischen all dem Lärm weiterbesteht – als diskretes, flüchtiges und manchmal sogar heilsames Mittel.

Ein Junge auf einem Gehweg in roter Kleidung und rotem Hut schiebt eine Schaufensterpuppe auf einer Pritsche in eine mit Tarnnetzen bedeckte Vorrichtung.
Brüssel, Belgien 2016, Matt Stuart
© Matt Stuart
Eine beleuchtete, orange­farbene Schaufensterauslage zeigt eine putzende Frau in dem Moment, in dem sie wie eine Schaufensterpuppe nach oben schaut.


Schaufenster, Brüssel, Belgien 2016, Matt Stuart
© Matt Stuart
Mehrere Frauen stehen gemeinsam lächelnd und gedrängt unter einem beigen Regenschirm, hinter ihnen zeigt eine Werbetafel einen lasziv posierenden oberkörperfreien jungen Mann, der zu den Damen herunterzuschauen scheint.


Aus der Serie All That Life Can Afford 2002–2015, Matt Stuart
© Matt Stuart
Ein Junge in rotem Pullover Kleidung klettert auf einen öffentlichen, großen roten Briefkasten, während im Hintergrund ein rotes, geparktes Auto und ein altes Kirchengebäude zu sehen sind.
Aus der Serie All That Life Can Afford 2002–2015, Matt Stuart
© Matt Stuart
Ein Blick in ein Schaufenster zeigt gleich mehrere Personen in einer Reihe, links erscheint die Schatten-Silhouette eines Mannes in einer Sonnenreflexion, in der Mitte steht eine Frau gebückt arbeitend im Fenster, rechts daneben passieren zwei Personen mit Regenschirm auf dem Gehweg – wovon einer Person der Kopf zu fehlen scheint.
Aus der Serie All That Life Can Afford 2002–2015, Matt Stuart
© Matt Stuart
Ein Mann in blauer Kapuzenjacke auf einer Londoner Straße von hinten fotografiert, ihm hängt ein Albino-Frettchen an der Leine den Rücken herunter, während ein zweites Frettchen in der Kapuze sitzt.
Aus der Serie All That Life Can Afford 2002–2015, Matt Stuart
© Matt Stuart
Drei Frauen in identischen roten Kleidern, Perücken und schwarzen Leggings stehen nebeneinander auf dem Gehweg und halten weiße Einkaufstüten.
Aus der Serie All That Life Can Afford 2002–2015, Matt Stuart
© Matt Stuart
An dem Vorderreifen eines geparkten silbernen Autos haftet eine grüne Radkralle mit der Aufschrift CAMDEN, während dahinter ein Mann mit Blick auf seinen Strafzettel telefoniert und weiter daneben eine in glänzend roter Teufelskluft gekleidete Figur mit verschränkten Augen süffisant zur Seite in Richtung des Autos blickt.
Aus der Serie All That Life Can Afford 2002–2015, Matt Stuart
© Matt Stuart
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Das Wunderbare an der Street Photography ist, dass man sich die besten Szenen niemals ausdenken könnte.
Matt Stuart
Porträt von Matt Stuart
Weiter reisen
Eine Leica Zeitreise durch ein Jahrhundert: 2015