2006

Leica M8

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Mit der komplett digitalen Leica M8 kommt der Mythos schlussendlich im Computerzeitalter an. Dank 10,3-MP-CCD-Sensor (APS-H), 6-Bit-Erkennung und 1/8000 s-Verschluss wird sie schneller, flexibler, noch präziser und unmittelbarer – und bleibt doch ganz M.

Farbe hoch 8

Constantine Manos erhält 2003 die Leica Medal of Excellence für sein Buch „American Color“. Drei Jahre später legt er dann für ein mögliches Sequel seine Leica MP für die M8 zur Seite. Mit seiner neuen Kamera, die laut Manos wirklich alles hat, was man sich erhoffen kann, schafft er einen frischen und ebenso kraftvollen wie geschärften Blick auf die in Farbe getauchten Freizeit-Oasen der amerikanischen Provinz.

Atmosphärischer Blick in eine beleuchtete Imbiss-Bude eines Freizeitparks zur blauen Stunde, mit zwei Mitarbeitern in Weiß und einem Kind mit seinem Vater davor.
Auf dem Marshfield Jahrmarkt, Marshfield, Massachusetts 2006, Constantine Manos
© Constantine Manos / Magnum Photos







Bunter Ausschnitt vom Wandbild einer blonden Frau die eine Karneval-Maske hält und vor dem zwei Passantinnen stehen.

Street

Porträt des Schwarzen jungen TUGGSTAR der in Streetwear in der Dämmerung lässig an einer Mauer posiert und in Richtung Himmel schaut.
Porträt zweier junger Schwarzer Frauen in Streetwear von denen eine mit Zigarettenrauch spielt, beide schauen mit nachdenklichem Blick weg von der Kamera.
Szene einer Gruppe junger Menschen und Pärchen in urbaner Kleidung an einer Straßenecke.
Mehrere bunt bestrahlte Schwarze junge Männer stehen auf einer Bühne mit Mikrofonen in der Hand, im Hintergrund das Bild eines Projektors.
Junge Schwarze Männer stehen gedrängt in einem Raum und feuern euphorisch den im Vordergund ins Mikrofon Rappenden an.
Drei Männer in einem Kellerraum mit Plattenspielern schreiben etwas auf während einer im stehen rappt.

Nebenberuf: Filmikone 

In den 00er Jahren wird Kino glatter, künstlicher, lauter. Gerade in dieser Zeit erscheinen gleich mehrere Filme über Fotografen, die für einen menschlichen Blick einstehen. Für ihre Rollen werden Stars wie Brad Pitt, Jennifer Connelly, Julia Roberts oder Bradley Cooper vornehmlich mit Leica Kameras ausgestattet. Modelle wie die dezente M6, die in der echten Welt für tiefgründige Reportagen stehen, sollen den fiktiven Figuren nun also auch auf der Leinwand mehr Tiefe geben – und werden plötzlich selbst zum Blickfang vor der Kamera.

Brad Pitt lauert für den Film Spy Game mit einer Leica M6 Kamera ausgestattet hinter einer Mauer.
Brad Pitt als Tom Bishop in Tony Scotts Actionfilm 'Spy Game.' 2001
© Entertrainment Pictures / Alamy
Jennifer Connelly mit einer Leica M6 in einer Filmszene von Blood Diamond umgeben von weiteren Fotografen und Kameramännern.
Blood Diamond, Jennifer Connelly 2006
© WARNER BROS. PICTURES / Album
Julia Roberts blickt für eine Filmszene von Closer in die Kamera und hält eine Leica R8 hoch.
Closer, Julia Roberts 2004
© United Archives GmbH
Bradley Cooper sitzt mit erschrockenem Blick für eine Filmszene in The Midnight Meat Train auf dem Boden eines Zuges und hält seine Leica M6 fest in der Hand.
The Midnight Meat Train, Bradley Cooper 2008
© Lions Gate / Courtesy Everett Collection
Hollywood

Weibliche Vorbilder

Eine junge Maoistensoldatin steht mit ihrer Truppe unter der nepalesischen Sonne, die Kalaschnikow im Arm, Britney Spears auf der Brust. Der Fotograf Tomas van Houtryve verdichtet mit diesem Bild ein ganzes Zeitalter. Westliche Popträume prallen auf eine politische Realität, weit weg von der großen Show. Das Idol auf dem T-Shirt wird hier zur fremden Ikone, zum Sinnbild einer globalisierten Sehnsucht. Zwischen Rebellion und Merchandise zeigt sich, wie nah Freiheit und Projektion beieinander liegen.

Eine junge Maoistische Kämpferin hebt inmitten weiterer Soldaten ihr Gewehr und trägt dabei ein rotes T-Shirt mit Britney Spears Druck darauf.
Maoismus trifft Pop 2004, Tomas van Houtryve
© Tomas van Houtryve











Das leise Platzen einer Blase

2008 kollabiert der US-Immobilienmarkt – Millionen verlieren ihre Häuser, Banken sterben, der Glaube an den „American Dream“ wird erschüttert. Die Finanzkrise legt die Verwundbarkeit einer Gesellschaft offen, die auf Schulden gebaut ist. Anthony Suau dokumentiert die direkten und indirekten Zusammenhänge für das Time Magazine, mit einem besonders konkreten Blick auf eine abstrakte Krise: ungläubige Makler, leergefegte Shopping-Malls, zwangsgeräumte Familienträume – Es sind die Bilder einer Nation, die ihr eigenes Versprechen bricht.

Schwarz-Weiß-Bild vom Trubel inmitten der New Yorker Börse mit Dutzenden enttäuscht nach oben blickenden Händlern.
Auf dem Parkett der Chicago Mercantile Exchange wird die Hypothekenkrise sichtbar. 2008, Anthony Suau
© Anthony Suau



Schwarz-Weiß-Bild in dem ein US-Detective mit gezogener Waffe durch ein verwüstet hinterlassenes Haus läuft.
Detective Robert Kole in einer Wohnung in Cleveland, Ohio 2008, Anthony Suau
© Anthony Suau




Cleveland, März 2008: Detective Robert Kole betritt mit gezogener Waffe ein leergeräumtes, womöglich besetztes Haus. Suaus Aufnahme verdichtet die Finanzkrise zu einem stillen Drama, das sich in Wirklichkeit weit entfernt von der Wall Street abspielt. Der angespannte Blick eines Mannes, der ein Zuhause in Ohio durchsucht, das längst niemandem mehr gehört: Das Bild wird 2009 zum World Press Photo of the Year gekürt.










Imposantes Schwarz-Weiß-Bild mit Blick auf die mit US-Fahnen bespickte Außenwand der New Yorker Börse vor der ein Mann zwischen Passanten betend die Hand hebt.
Weiter reisen
Eine Leica Zeitreise durch ein Jahrhundert: 2006