Mit der komplett digitalen Leica M8 kommt der Mythos schlussendlich im Computerzeitalter an. Dank 10,3-MP-CCD-Sensor (APS-H), 6-Bit-Erkennung und 1/8000 s-Verschluss wird sie schneller, flexibler, noch präziser und unmittelbarer – und bleibt doch ganz M.
Constantine Manos erhält 2003 die Leica Medal of Excellence für sein Buch „American Color“. Drei Jahre später legt er dann für ein mögliches Sequel seine Leica MP für die M8 zur Seite. Mit seiner neuen Kamera, die laut Manos wirklich alles hat, was man sich erhoffen kann, schafft er einen frischen und ebenso kraftvollen wie geschärften Blick auf die in Farbe getauchten Freizeit-Oasen der amerikanischen Provinz.








In den 00er Jahren wird Kino glatter, künstlicher, lauter. Gerade in dieser Zeit erscheinen gleich mehrere Filme über Fotografen, die für einen menschlichen Blick einstehen. Für ihre Rollen werden Stars wie Brad Pitt, Jennifer Connelly, Julia Roberts oder Bradley Cooper vornehmlich mit Leica Kameras ausgestattet. Modelle wie die dezente M6, die in der echten Welt für tiefgründige Reportagen stehen, sollen den fiktiven Figuren nun also auch auf der Leinwand mehr Tiefe geben – und werden plötzlich selbst zum Blickfang vor der Kamera.




Eine junge Maoistensoldatin steht mit ihrer Truppe unter der nepalesischen Sonne, die Kalaschnikow im Arm, Britney Spears auf der Brust. Der Fotograf Tomas van Houtryve verdichtet mit diesem Bild ein ganzes Zeitalter. Westliche Popträume prallen auf eine politische Realität, weit weg von der großen Show. Das Idol auf dem T-Shirt wird hier zur fremden Ikone, zum Sinnbild einer globalisierten Sehnsucht. Zwischen Rebellion und Merchandise zeigt sich, wie nah Freiheit und Projektion beieinander liegen.

2008 kollabiert der US-Immobilienmarkt – Millionen verlieren ihre Häuser, Banken sterben, der Glaube an den „American Dream“ wird erschüttert. Die Finanzkrise legt die Verwundbarkeit einer Gesellschaft offen, die auf Schulden gebaut ist. Anthony Suau dokumentiert die direkten und indirekten Zusammenhänge für das Time Magazine, mit einem besonders konkreten Blick auf eine abstrakte Krise: ungläubige Makler, leergefegte Shopping-Malls, zwangsgeräumte Familienträume – Es sind die Bilder einer Nation, die ihr eigenes Versprechen bricht.


Cleveland, März 2008: Detective Robert Kole betritt mit gezogener Waffe ein leergeräumtes, womöglich besetztes Haus. Suaus Aufnahme verdichtet die Finanzkrise zu einem stillen Drama, das sich in Wirklichkeit weit entfernt von der Wall Street abspielt. Der angespannte Blick eines Mannes, der ein Zuhause in Ohio durchsucht, das längst niemandem mehr gehört: Das Bild wird 2009 zum World Press Photo of the Year gekürt.
