2004 steckt Leica in einer existenziellen Krise: der Digitalboom dominiert die Branche und der wirtschaftliche Druck auf handwerklich präzise Fertigung steigt rasant. Die Marke gilt bereits als überholt. Gerade dann steigt Dr. Andreas Kaufmann über die mit seinen Brüdern gegründete Beteiligungsgesellschaft bei der Leica Camera AG ein. Ab 2006 sogar als Mehrheitseigentümer. Der Familienmensch glaubt fest an Präzision, deutsche Ingenieurskunst und Beständigkeit. Statt auf schnelle Profite und Trends, setzt er strategisch auf Werte, die auch in der Fotografie entscheidend sind: langfristigen Fokus, Geduld und eine klare, eigene Perspektive. Entgegen den düsteren Prognosen sieht er eine Zukunft für Leica – als Weltmarke.

Mit einer Leica bekommt man etwas Besonderes – man erwirbt ihre faszinierende Geschichte und wird Teil einer Gemeinschaft, zu der die besten und berühmtesten Fotografen der Welt gehören.– Dr. Andreas Kaufmann
2005 wird zum Jahr der Naturgewalten: Ein Jahrhundert-Tsunami in Südostasien fordert Hunderttausende Tote, später verwüstet Hurrikan Katrina die US-Golfküste. David G. Spielman dokumentiert die Auswirkungen in New Orleans, nach Katrina und dann auch nach Sturm Isaac – der auf den Tag genau 7 Jahre später über die Stadt zieht. Seine Bilder stehen exemplarisch für eine Zeit, in der Naturkatastrophen immer häufiger und stärker wüten. Und deuten an, wie eng Umwelt und Vergänglichkeit miteinander verbunden sind.


Ragnar Axelssons Fotoband „Where the World is Melting“ zeigt die so imposante wie fragile Schönheit der Arktis – Grönland, Island, die Färöer, Sibirien. Seine Schwarzweißbilder dokumentieren das Verschwinden einer Lebenswelt: besorgte Jäger auf dünnem Eis, Dörfer im Nebel, Schlittenhunde, die bald keine Arbeit mehr haben. Axelsson macht besonders eindrücklich greifbar, was sonst nur Statistiken zeigen – den stillen Kollaps ganzer Lebensräume im Takt des Klimas.
