1998

Leica Digilux

Vorbotin einer neuen Zeit

Die erste Digilux markiert den Startpunkt in eine neue Ära: Basierend auf der Fujifilm MX-700 erzeugt sie als kompakte Kamera mit 1,5 Megapixeln erstaunliche Ergebnisse. Ein wichtiger Meilenstein entsteht drei Jahre später, dann in Kooperation mit Panasonic: die Digilux 1. Auch dank der Integration konkreter Kundenwünsche markiert sie den Startpunkt einer erfolgreichen Digitalkameralinie. Und mit ihr, eine bis heute andauernde Partnerschaft.

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LOBA 1990–99

Über Menschen

Der LOBA dieser Dekade steht für mehr Reportage-Fokus und einen Fotojournalismus, der das Menschliche ins Zentrum rückt. Die Bildserien aus allen Winkeln der Welt zeigen das Alltägliche ebenso wie ganze Lebenswelten. Globale Realitäten werden über Details sichtbar gemacht. Die prämierten Reportagen erzählen von Arbeit und Armut, von Migration, Hoffnung und Verlust, von kultureller Vielfalt und gemeinsamer Verletzlichkeit.

An einem bunten Zeppelin aufgehängte Forschungsplattform aus Netzen und aufblasbaren Elementen fliegt über einen Flußteil des Amazonas-Regenwalds.
Baumkronen-Floß 1990, Raphaël Gaillarde

1990


Raphaël Gaillarde
Gaillarde begleitet Wissenschaftler im Amazonasregenwald bei einer außergewöhnlichen Forschungsreise hoch über Urwald, Flusslandschaften und indigenen Gemeinden. Dabei entsteht eine Serie, die eine unbegrenzte Faszination für Biodiversität, für Artenreichtum, aber auch die wachsende Sorge um Zerstörung widerspiegelt. In einer Zeit, in der Umweltfragen global politisch werden, dokumentiert er die fragile Balance zwischen Entdeckung und Ausbeutung.


Nahaufnahme eines Arbeiters mit schwarz verschmutztem Gesicht vor einer rauchenden Industrieanlage.
Copșa Mică 1991, Barry Lewis

1991


Barry Lewis
Lewis richtet seinen Blick auf Copșa Mică in Rumänien, eine der damals am stärksten verschmutzten Städte Europas. Seine Aufnahmen zeigen Kinder mit Ruß im Gesicht, graue Landschaften und eine Bevölkerung, die buchstäblich unter der Last von Chemie und Industrie lebt. Inmitten des postsozialistischen Wandels wirkt die Serie wie eine Beweisführung für die Kosten der Moderne.


Monumentales Schwarz-Weiß-Bild eines Arbeiters in Schutzbekleidung, der durch das Feuer eines brennenden Ölfelds in Kuwait läuft, im Hintergrund ein riesiger Feuerpilz eines weiteren Ölbrands.
Inferno in Kuwait 1992, Sebastião Salgado

1992


Sebastião Salgado
Schwarze Rauchwolken, ölverschmierte Tiere, Arbeiter, die in der Hölle der Feuer schuften. Salgado fotografiert die apokalyptischen Szenen im brennenden Kuwait nach dem Golfkrieg und gewinnt damit seinen zweiten LOBA, verdienterweise. Die atmosphärisch einzigartige Serie zeigt nicht nur die Gewalt des Krieges, sondern auch auf monumentale Art, seine ökologischen Verwüstungen und den Preis geopolitischer Machtkämpfe.


Schwarz-Weiß-Bild einer Wasserstelle im Norden Nigerias in der im Hintergrund Männer Wäsche waschen und im Vordergrund eine große Waschschüssel in die Kamera gehalten wird.
Tod einer Oase 1993/94, Eugene Richards

1993/94


Eugene Richards
Richards dokumentiert die Austrocknung der Hadejia-Nguru-Feuchtgebiete in Nigeria und macht damit sichtbar, dass Klimakrise und Ressourcenknappheit nicht abstrakt sind, sondern alltägliche Existenzen bedrohen. Seine Bilder zeigen, auf empathische und hingebungsvolle Art, Fischer, Bauern und Familien, deren Lebensgrundlage schwindet. 1993 wird der LOBA eigenständig und entsprechend umorganisiert, dadurch erhält Richards einen Preis für beide Jahre. 


Schwarz-Weiß-Bild von drei im Anzug posierenden Roma Jungen in einer Wohnwagensiedlung.
Die verzweifelte Heiterkeit 1995, Gianni Berengo Gardin

1995


Gianni Berengo Gardin
Gardin fotografiert das Leben von Roma-Familien in Florenz. Er zeigt Kinder beim Spielen, Familien im Alltag, eine Gemeinschaft am Rand der Stadt und Gesellschaft. Seine Bilder sind von Respekt getragen und brechen Klischees. In den 90er-Jahren, in denen Migration stärker sichtbar wird, erzählt er eine Geschichte von Zugehörigkeit und Ausgrenzung.


Grafische Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Mennoniten Dame mit Hut die vor einem Haus in der Sonne posiert, der Schatten eines Windrades wird auf die Hauswand daneben geworfen.
Die Mennoniten 1996, Larry Towell

1996


Larry Towell
Gerade als die Globalisierung immer rasanter Fahrt aufnimmt, macht Towell sichtbar, wie Mobilität Menschen prägt, aber auch alte Ordnungen ins Wanken bringt. Er begleitet religiös geprägte, mexikanische Mennoniten, die als Saisonarbeiter nach Kanada ziehen. Seine Serie zeigt das Spannungsfeld zwischen religiöser Tradition und den Härten moderner Arbeitsmigration.


Schwarz-Weiß-Bild einer Dame die mit gefalteten Händen im Lichtkegel eines Gitterfensters im Gefängnis sitzt und wartet.
Inhaftierte Frauen 1997, Jane Evelyn Atwood

1997


Jane Evelyn Atwood
Atwood arbeitet über Jahre an dieser Serie, die Frauen im Gefängnis begleitet und ihr Leben porträtiert. Ihre einfühlsamen aber unerschrocken ehrlichen Bilder zeigen ganz bewusst die Enge, Nähe, Gewalt und Menschlichkeit hinter Gittern. In den 1990er-Jahren, als Debatten um Frauenrechte an Fahrt gewinnen, geben diese Fotografien den Unsichtbaren eine Stimme und stellen Fragen nach Macht, Kontrolle und Empathie neu.


Schwarz-Weiß-Bild von zwei Mädchen, die  im schicken Partner-Look vor einem auf ein Laken gemaltes Landschaftsbild posieren, das vor einer tristen, grauen Wand hängt.
Östlich von Nirgendwo 1998, Fabio Ponzio

1998


Fabio Ponzio
Ponzio reist nach dem Fall des Eisernen Vorhangs durch Osteuropa. Seine Aufnahmen fangen Gesichter, Landschaften und Städte im Übergang ein – voller Melancholie und Hoffnung. Die Serie wird zur poetischen Chronik einer ganzen Ecke der Welt, die zwischen Ruinen und Aufbruch ihre neue Identität sucht.


Schwarz-Weiß-Bild eines Nomaden-Mädchens das im langen Kleid über eine Wiese in der kargen sibirischen Landschaft hüpft.
Die letzten Nomaden Sibiriens 1999, Claudine Doury

1999


Claudine Doury
Am Ende des Jahrtausends wirkt Dourys Serie wie eine Einladung, über Identität und kulturelle Wurzeln neu nachzudenken. Sie fotografiert in Sibirien Minderheiten wie die Nanai oder Evenken. Ihre Bilder sind von Nähe, Sensibilität und leiser Poesie geprägt und erzählen von Tradition, Erinnerung und dem drohenden Verlust kultureller Vielfalt.


Schwarz-Weiß-Porträt von Sebastião Salgado der mit Baskenmütze auf dem Kopf und verschränkten Armen nachdenklich für die Kamera posiert.
Mit meinen Bildern versuche ich, Fragen aufzuwerfen, eine Debatte anzustoßen, damit wir gemeinsam über Probleme sprechen und Lösungen finden können.
Sebastião Salgado
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