Die erste Digilux markiert den Startpunkt in eine neue Ära: Basierend auf der Fujifilm MX-700 erzeugt sie als kompakte Kamera mit 1,5 Megapixeln erstaunliche Ergebnisse. Ein wichtiger Meilenstein entsteht drei Jahre später, dann in Kooperation mit Panasonic: die Digilux 1. Auch dank der Integration konkreter Kundenwünsche markiert sie den Startpunkt einer erfolgreichen Digitalkameralinie. Und mit ihr, eine bis heute andauernde Partnerschaft.

Der LOBA dieser Dekade steht für mehr Reportage-Fokus und einen Fotojournalismus, der das Menschliche ins Zentrum rückt. Die Bildserien aus allen Winkeln der Welt zeigen das Alltägliche ebenso wie ganze Lebenswelten. Globale Realitäten werden über Details sichtbar gemacht. Die prämierten Reportagen erzählen von Arbeit und Armut, von Migration, Hoffnung und Verlust, von kultureller Vielfalt und gemeinsamer Verletzlichkeit.

Raphaël Gaillarde
Gaillarde begleitet Wissenschaftler im Amazonasregenwald bei einer außergewöhnlichen Forschungsreise hoch über Urwald, Flusslandschaften und indigenen Gemeinden. Dabei entsteht eine Serie, die eine unbegrenzte Faszination für Biodiversität, für Artenreichtum, aber auch die wachsende Sorge um Zerstörung widerspiegelt. In einer Zeit, in der Umweltfragen global politisch werden, dokumentiert er die fragile Balance zwischen Entdeckung und Ausbeutung.

Barry Lewis
Lewis richtet seinen Blick auf Copșa Mică in Rumänien, eine der damals am stärksten verschmutzten Städte Europas. Seine Aufnahmen zeigen Kinder mit Ruß im Gesicht, graue Landschaften und eine Bevölkerung, die buchstäblich unter der Last von Chemie und Industrie lebt. Inmitten des postsozialistischen Wandels wirkt die Serie wie eine Beweisführung für die Kosten der Moderne.

Sebastião Salgado
Schwarze Rauchwolken, ölverschmierte Tiere, Arbeiter, die in der Hölle der Feuer schuften. Salgado fotografiert die apokalyptischen Szenen im brennenden Kuwait nach dem Golfkrieg und gewinnt damit seinen zweiten LOBA, verdienterweise. Die atmosphärisch einzigartige Serie zeigt nicht nur die Gewalt des Krieges, sondern auch auf monumentale Art, seine ökologischen Verwüstungen und den Preis geopolitischer Machtkämpfe.

Eugene Richards
Richards dokumentiert die Austrocknung der Hadejia-Nguru-Feuchtgebiete in Nigeria und macht damit sichtbar, dass Klimakrise und Ressourcenknappheit nicht abstrakt sind, sondern alltägliche Existenzen bedrohen. Seine Bilder zeigen, auf empathische und hingebungsvolle Art, Fischer, Bauern und Familien, deren Lebensgrundlage schwindet. 1993 wird der LOBA eigenständig und entsprechend umorganisiert, dadurch erhält Richards einen Preis für beide Jahre.

Gianni Berengo Gardin
Gardin fotografiert das Leben von Roma-Familien in Florenz. Er zeigt Kinder beim Spielen, Familien im Alltag, eine Gemeinschaft am Rand der Stadt und Gesellschaft. Seine Bilder sind von Respekt getragen und brechen Klischees. In den 90er-Jahren, in denen Migration stärker sichtbar wird, erzählt er eine Geschichte von Zugehörigkeit und Ausgrenzung.

Larry Towell
Gerade als die Globalisierung immer rasanter Fahrt aufnimmt, macht Towell sichtbar, wie Mobilität Menschen prägt, aber auch alte Ordnungen ins Wanken bringt. Er begleitet religiös geprägte, mexikanische Mennoniten, die als Saisonarbeiter nach Kanada ziehen. Seine Serie zeigt das Spannungsfeld zwischen religiöser Tradition und den Härten moderner Arbeitsmigration.

Jane Evelyn Atwood
Atwood arbeitet über Jahre an dieser Serie, die Frauen im Gefängnis begleitet und ihr Leben porträtiert. Ihre einfühlsamen aber unerschrocken ehrlichen Bilder zeigen ganz bewusst die Enge, Nähe, Gewalt und Menschlichkeit hinter Gittern. In den 1990er-Jahren, als Debatten um Frauenrechte an Fahrt gewinnen, geben diese Fotografien den Unsichtbaren eine Stimme und stellen Fragen nach Macht, Kontrolle und Empathie neu.

Fabio Ponzio
Ponzio reist nach dem Fall des Eisernen Vorhangs durch Osteuropa. Seine Aufnahmen fangen Gesichter, Landschaften und Städte im Übergang ein – voller Melancholie und Hoffnung. Die Serie wird zur poetischen Chronik einer ganzen Ecke der Welt, die zwischen Ruinen und Aufbruch ihre neue Identität sucht.

Claudine Doury
Am Ende des Jahrtausends wirkt Dourys Serie wie eine Einladung, über Identität und kulturelle Wurzeln neu nachzudenken. Sie fotografiert in Sibirien Minderheiten wie die Nanai oder Evenken. Ihre Bilder sind von Nähe, Sensibilität und leiser Poesie geprägt und erzählen von Tradition, Erinnerung und dem drohenden Verlust kultureller Vielfalt.

Mit meinen Bildern versuche ich, Fragen aufzuwerfen, eine Debatte anzustoßen, damit wir gemeinsam über Probleme sprechen und Lösungen finden können.– Sebastião Salgado