Mit der Leica M6 gelingt auf den Punkt, wofür Leica seither steht: Die Besinnung auf das Wesentliche. So folgt die M6 wieder den minimalistischen Grundsätzen der M-Linie und verfeinert diese mit höchster und für höchste Präzision. Zudem führt sie modernste Elektronik – wie einen integrierten, selektiven Belichtungsmesser – wieder ganz dezent und mechanisch bedienbar.
Der Erfolg, auch der folgenden M6 TTL mit erweitertem Blitzsystem, führt dazu, dass man die M-Produktion wieder nach Wetzlar verlegt. Auch hier heißt es: Zurück zu den Ursprüngen. Von dort aus wird sie für viele Generationen zur ewigen Legende der Street-, Dokumentar- und vor allem Messsucherfotografie. Diesen Status unterstreicht auch die spätere Neuauflage der M6, im Jahr 2022.


Ich definiere meine Street Photography über den Prozess selbst. Ich arbeite härter, damit ich nicht nur unser Äußeres zum Vorschein bringen kann, sondern was in uns liegt.– Jeff Mermelstein

Auf das Jahr genau wird George Orwells Klassiker 1984 gesellschaftlich diskutiert. Der Einzug von PCs und die neue Medienlautstärke führen wie im Buch zu mehr Kontrolle und Manipulation des Einzelnen, heißt es. Andere sehen darin den ersehnten Fortschritt, beugen sich individuellen Vorzügen und Unterhaltungswert. Der Ton in der Politik wird gleichzeitig schärfer gegenüber Minderheiten, Unproduktivität und Freisinn, wie bei Orwell. Einziger Gewinner dieser Diskussion bleibt am Ende: Die Macht der Bilder.



Diane Walker denkt in diesem spontanen Moment sicher nicht, dass ihr Bild von der lachenden Gruppe um US-Präsident Reagan und Vizepräsident Bush, bei einer Zeremonie im Oval Office, einen solch langlebigen Charakter haben wird. Doch als virales Meme kursiert es heute noch täglich im Netz, sowohl als Symbol für „alte weiße Männer“ in der Politik als auch für die Selbstgefälligkeit von Eliten.
Am 26. April 1986 verändert die Explosion im Reaktorblock 4 von Tschernobyl das Leben mehrerer hunderttausender Menschen für immer. Eine radioaktive Wolke, die weite Teile Europas konterminiert, verwandelt die Umgebung in ein bedrückendes Niemandsland. Marco Cortesi, der mutig die 2.600 km2 Sperrzone durchstreift, hält die monumentale Leere und menschliche Tragödie in stillen, monochromen M Bildern fest, die verstörend aktuell wirken – dabei entstehen sie erst 30 Jahre nach der Katastrophe.

Seit 1948 spaltet die Rassentrennung Südafrika mit strikten Gesetzen: People of Colour werden in Townships gedrängt, Bildung, Karriere und Wahlrecht versagt. Mitte der 1980er-Jahre beginnt das System zu bröckeln, Proteste und internationale Kritik nehmen zu und Nelson Mandela entwickelt sich zur Schlüsselfigur. In dieser Umbruchszeit erregen symbolische Aufnahmen wie die von David Turnley, der später für seine spannungsgeladene Südafrika-Serie den LOBA erhält, das Weltinteresse.












Ich interessiere mich immer für die Menschlichkeit einer Person und möchte mir das Recht verdienen, diese zu fotografieren.– David Turnley