Die Leica R3 ist die erste elektronische Spiegelreflexkamera von Leica. Zusammen mit Minolta und Copal entwickelt, bietet sie einen neuen, besonders leisen und kompakten Verschluss sowie eine komfortable Zeitautomatik und, als erste Kamera am Markt, zwei Belichtungsmessmethoden: Integral und Selektiv. Es stehen Leica R-Objektive von 16 bis 800 mm Brennweite zur Verfügung.
Aus der Idee heraus, Leica Fotografie zugänglicher zu machen und Interessierte zu Inspiration, Dialog und Eskapismus einzuladen, wird 1976 in Wetzlar die erste Leica Galerie mit Bildern von Dr. Walter Boje eröffnet. Heute sind es weltweit 29 Galerien, die diese Idee weiterverfolgen.








Ich wollte nie die Realität nachahmen. Fotografie sollte abstrahieren, mehr als die Realität zeigen, sie in einen anderen Kontext bringen.– Ralph Gibson© Ralph Gibson

Zwei Männer im Anzug küssen sich, mit geschlossenen Augen – keine Intimität, sondern politisches Signal der Solidarität. Barbara Klemm hält den inszenierten Moment zwischen Honecker und Breschnew, zwischen DDR und Sowjetunion, aus der Distanz fest. Im Hintergrund: Keine Reaktion. Ihre Aufnahme wird so zur Ikone politischer Reportage. Populär-kulturelle Bekanntheit erlangt das Motiv auch, als es – inspiriert von einer Nahaufnahme desselben Moments – zum Graffiti auf einem Teilstück der Berliner Mauer wird.


Zu Ehren seines 100. Geburtstags wird 1979 der Leica Oskar Barnack Award (LOBA) ins Leben gerufen. Dieser, nach dem Wegbereiter der Kleinbildfotografie benannte Förderpreis soll wiederum den Weg für Fotografierende ebnen, deren besondere Beobachtungsgabe und Blickwinkel mehr Sichtbarkeit verdienen. Die bis heute einzige Bedingung für eine Nominierung ist, dass sich die Arbeiten dokumentarisch oder konzeptionell-künstlerisch mit der Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt auseinandersetzen.

Der erste LOBA wird 1980 im Rahmen des World Press Photo Awards an Floris Bergkamp vergeben. Für seine atemberaubende Schwarzweiß-Serie begibt sich dieser in höchste Gefahr, als er Greenpeace auf einem Schlauchboot zu ihrer waghalsigen Aktion gegen die Atommüll-Entsorgung im Atlantik begleitet. Einhändig fotografiert Bergkamp das Duell mit dem sich wehrenden Frachter in tosender Kulisse – und bebildert damit letztlich auch den heute noch schwelenden Kampf um die eigene Sicht auf die Umwelt.




Der Niederländer Floris Bergkamp (links), erhält am 2. April 1980 im Tropenmuseum Amsterdam seine Auszeichnung im Rahmen des World-Press-Photo-Wettbewerbs.
